Lebendfallen für Siebenschläfer – legal & tierschutzgerecht
Siebenschläfer sind streng geschützte Tiere – Tötung ist verboten. Lebendfallen sind die einzige legale und ethisch vertretbare Lösung, um die Nager wieder freizusetzen.
Warum Lebendfallen die einzige Option für Siebenschläfer sind
Siebenschläfer (Glis glis) gehören in Deutschland zu den streng geschützten Arten nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Das bedeutet konkret: Eine Tötung oder Verletzung dieser Tiere ist verboten – auch wenn sie sich im Haus aufhalten und Schäden verursachen. Für alle anderen Bekämpfungsmethoden benötigen Sie eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde, die in der Praxis selten erteilt wird.
Lebendfallen sind daher nicht nur die ethisch richtige Wahl, sondern auch die einzige praktikable Methode zur Regulierung von Siebenschläfern in Gebäuden. Mit den richtigen Techniken und etwas Geduld lassen sich die Tiere sicher einfangen und an geeignete Orte umgesiedeln.
Welche Lebendfallen für Siebenschläfer geeignet sind
Nicht jede handelsübliche Lebendfalle funktioniert zuverlässig bei Siebenschläfern. Die Nager sind deutlich größer und kräftiger als Hausmäuse und benötigen entsprechend stabile Fallen.
Kastenfallen mit Schiebertür
Kastenfallen mit robustem Metallrahmen und einer sanft schließenden Schiebertür sind die erste Wahl. Die Falle sollte mindestens 25 × 15 × 15 cm groß sein. Ein Vorteil: Der Siebenschläfer kann sich nicht verletzen, da es keine Schlagmechanismus gibt. Hochwertige Modelle haben einen Köderbereich im hinteren Drittel, sodass das Tier vollständig eindringen muss, bevor die Tür zufällt.
Röhrenfallen und Trichterfallen
Trichterfallen mit ausreichend großem Durchmesser (mindestens 6 cm) können ebenfalls funktionieren. Der Siebenschläfer läuft durch den Trichter, kann aber nicht wieder zurück. Diese Variante ist platzsparend und unauffällig, erfordert aber regelmäßige Kontrollen, um das Tier nicht unnötig lange eingesperrt zu halten.
Was Sie meiden sollten
Kleinere Mausefallen oder Schlagfallen sind ungeeignet und grausam. Auch Elektrofallen sind bei Siebenschläfern problematisch. Leimsperren und Giftköder sind nicht nur illegal, sondern auch quälerisch.
Die richtige Platzierung der Fallen
Wo Sie die Fallen aufstellen, entscheidet über den Erfolg. Siebenschläfer sind Kletterer und Dachbewohner – sie folgen bevorzugt ihren gewohnten Laufwegen.
Wenn Sie bereits wissen, wie Sie Siebenschläfer im Haus erkennen, können Sie gezielt an ihren Aufenthaltsorten fallen aufstellen. Das sind meist:
- Dachboden und Speicher – hier halten sich die Tiere tagsüber auf
- Entlang von Wänden und unter Gebälk – Siebenschläfer nutzen Laufwege
- In der Nähe von Nahrungsquellen – etwa bei Obstvorräten oder Nusslagern
- An Ein- und Ausstiegslöchern – die Fallen blockieren teilweise die Zugänge
Tipp: Stellen Sie mehrere Fallen auf (mindestens 3–5 auf dem Dachboden), um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen. Kontrollieren Sie die Fallen täglich, mindestens morgens und abends.
Köder, die Siebenschläfer wirklich anlocken
Der richtige Köder ist entscheidend. Siebenschläfer sind Allesfresser mit Vorliebe für Nüsse, Samen und Obst. Was Siebenschläfer fressen, sollten Sie gezielt einsetzen:
- Haselnüsse und Walnüsse – der Klassiker, sehr verlockend
- Sonnenblumenkerne – günstig und wirksam
- Getrocknete Früchte – Rosinen, Apfelstücke
- Obst – frische Äpfel, Birnen (schnell verderblich)
- Erdnussbutter – in kleinen Portionen, sehr attraktiv
- Schokolade – funktioniert, ist aber nicht notwendig
Legen Sie den Köder großzügig aus – für ein Tier, das mehrere Tage nicht gefressen hat, muss die Belohnung sichtbar und verführerisch sein. Wechseln Sie die Ködersorte, falls eine Art keine Reaktion zeigt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Fangen
Vorbereitung
Vor dem Aufstellen sollten Sie alle potentiellen Verstecke des Siebenschläfers lokalisieren und die Fallen strategisch platzieren. Reinigen Sie die Fallen gründlich, damit kein Menschengeruch haftbleibt – viele Schädlingsbekämpfer verwenden Baumwollhandschuhe beim Aufstellen.
Installation und Köderung
Platzieren Sie die Falle stabil und ebenerdig. Achten Sie darauf, dass die Tür frei beweglich ist und nicht klemmt. Legen Sie den Köder so ein, dass das Tier tief in die Falle eindringen muss. Bei Kastenfallen gehört der Köder direkt vor oder auf der Auslöseplatte.
Kontrolle und Wartung
Kontrollieren Sie jede Falle täglich. Ein gefangener Siebenschläfer ist schnell gestresst und kann verhungern, wenn er nicht schnell befreit wird. Achten Sie darauf, dass die Fallen nicht in der prallen Sonne stehen (Hitzestress) und dass sie vor Wind und Regen geschützt sind.
Nach dem Fang
Wenn Sie ein Tier gefangen haben:
- Beruhigen Sie das Tier durch ruhige Bewegungen und gedämpftes Licht
- Transportieren Sie die Falle in einem dunklen Behälter (z. B. Karton)
- Bringen Sie das Siebenschläfer schnellstmöglich an einen geeigneten Ort – mindestens 5 km entfernt vom Wohnhaus, am besten in einem Waldgebiet mit ausreichend Nahrung
- Öffnen Sie die Falle an einem sicheren Ort und lassen Sie das Tier ruhig hinauslaufen
Rechtliche Besonderheiten und Genehmigungen
Obwohl Lebendfallen legal sind, gibt es bei der Umsiedlung einige Punkte zu beachten:
- Die Umsiedlung an unbekannte Orte ist problematisch – das Tier hat keine Verstecke, keine Nahrung und keine Sozialstrukturen
- In manchen Bundesländern ist eine Anmeldung bei der Naturschutzbehörde erforderlich
- Im Zweifelsfall kontaktieren Sie vor der Umsiedlung Ihre zuständige untere Naturschutzbehörde
Wann professionelle Vermittlung sinnvoll ist
Lebendfallen erfordern Ausdauer und tägliche Kontrollen. Wenn Sie über längere Zeit keine Erfolge erzielen oder wenn das Problem groß ist, sollten Sie einen Fachbetrieb einschalten. Wir vermitteln geprüfte Fachbetriebe, die Siebenschläfer sachgerecht mit Lebendfallen fangen und fachgerecht umgesiedeln. Die Profis kennen auch die regionalen Bestimmungen und können rechtssicher arbeiten.
Rufen Sie uns unter 01579 25 05 263 an, um ein unverbindliches Angebot zu erhalten.
Prävention: Vermeidung von Neubefall
Nach erfolgreichem Fangen sollten Sie vorbeugen:
- Verschließen Sie alle Lücken und Risse am Gebäude, besonders unter dem Dach
- Lagern Sie Nüsse, Obst und Getreide in fest verschlossenen Behältern
- Entfernen Sie Wildfrüchte und Kastanien um das Haus herum
- Verwenden Sie Dachrinnen-Gitter oder Vogelschutznetze an gefährdeten Stellen
Häufige Fragen
Ist Lebendfalle für Siebenschläfer wirklich legal?
Ja, Lebendfallen sind legal und sogar verpflichtend, da Siebenschläfer streng geschützt sind. Eine Tötung verstößt gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Bei der Umsiedlung sollten Sie die örtlichen Bestimmungen beachten und notfalls die Naturschutzbehörde vorab informieren.
Wie lange dauert es, bis ein Siebenschläfer in die Falle geht?
Das ist unterschiedlich – von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Es hängt davon ab, wie hungrig das Tier ist, ob es die Falle findet und wie sehr es dem Köder traut. Deshalb ist tägliche Kontrolle und Geduld wichtig.
Kann ich den Siebenschläfer einfach bei mir in der Nähe wieder freilassen?
Nicht ideal. Das Tier hat dort keine Nahrung, keine Verstecke und keine sozialen Kontakte. Andererseits kann es zurück zu Ihrem Haus finden und kommt wieder. Ideal ist eine Umsiedlung in einen passenden Waldlebensraum mindestens 5 km entfernt mit Unterstützung eines Fachbetriebes.