Was fressen Marder? Nahrung & Lockstoffe

Marder sind opportunistische Jäger und Sammler. Zu wissen, was sie fressen, hilft Ihnen, Befall zu erkennen und zu verhindern.

Marder bei der Nahrungssuche im Garten – Allesfresser fressen Fleisch, Beeren und Insekten

Marder sind Allesfresser – Das Spektrum der Nahrung

Marder gelten als Allesfresser, doch ihre Ernährung ist strategisch und saisonal geprägt. Im Sommer und Herbst stehen Insekten, Würmer und Schnecken auf der Speisekarte – sie suchen gezielt nach proteinreichen Ressourcen. Im Winter wechseln sie zu energiedichteren Fetten und Aas. Diese Flexibilität macht Marder zu erfolgreichen Überlebenskünstlern, führt aber auch dazu, dass sie in menschlichen Siedlungen regelmäßig Beute finden.

Das Verständnis dieser Fressgewohnheiten ist entscheidend, um Marderbefall vorzubeugen. Ein Marder, der erst einmal Zugang zu leicht erreichbaren Futtermitteln hat, kehrt immer wieder zurück. Das gilt besonders für Häuser mit Hühnerställen, Futterlagern oder unsicheren Dachböden.

Fleisch und Jagdbeute – Das Lieblingsfutter

Marder sind Raubtiere und bevorzugen Fleisch. In der freien Natur jagen sie kleine Säugetiere wie Mäuse, Ratten und Kaninchen. Im urbanen Umfeld nutzen sie diese Instinkte auch gegen Hausgeflügel – Hühner, Enten und Kaninchen sind beliebte Ziele. Ein einzelner Marder kann in einer Nacht mehrere Tiere töten, nicht nur um zu fressen, sondern aus reinem Jagdtrieb.

In Gärten und auf Balkonen hinterlassen solche Anschläge deutliche Spuren. Falls Sie Marderspuren erkennen möchten, achten Sie auf Federn, Blutspuren und Reste von getöteten Tieren – typische Hinweise auf nächtliche Jagdaktivitäten.

Aas und Fleischreste

Marder sind nicht wählerisch, wenn es um tote Tiere geht. Sie fressen Aas, Knochenabfälle und Fleischreste aus unsachgemäß gelagerten Müll oder Kompostern. Eine offene Biotonne ist für einen Marder ein großes Buffet. Auch Grillreste im Freien locken sie an.

Obst, Beeren und pflanzliche Kost

Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass Marder reine Fleischfresser sind, fressen sie auch Obst und Beeren – vor allem in Sommer und Herbst. Kirschen, Äpfel, Beeren und Nüsse sind beliebte Zusatzkost. Diese pflanzliche Komponente ist nicht nur Notfallnahrung, sondern trägt zu einer ausgewogenen Ernährung bei.

In Obstgärten und auf Balkonen mit Obstkisten können Marder erhebliche Schäden anrichten. Sie fressen nicht nur die Früchte, sondern hinterlassen auch Bissspuren und Verschmutzungen durch ihre Ausscheidungen.

Eier – Ein bevorzugtes Nahrungsmittel

Marder lieben Eier. Ob Vogel- oder Hühnereier – sie suchen gezielt danach. Im Geflügelstall sind Eier oft das erste Ziel, bevor ein Marder Hühner selbst angreift. Auch Nistplätze in Bäumen und unter Dächern werden ausgebeutet. Dies ist ein häufiger Grund für Marderbesuche in Dachböden und Speichern.

Insekten, Würmer und Kleingetier

Im Sommer bilden Insekten einen großen Teil der Mardernahrung. Sie suchen nach Käfern, Fliegen, Heuschrecken und Larven. Auch Würmer und Schnecken werden aktiv ausgegraben – am liebsten nach Regen, wenn der Boden aufgeweicht ist. Diese natürliche Jagdtätigkeit können Sie oft an umgestürzten Steinen und aufgelockerten Gartenflecken erkennen.

Vogelfutter und menschliche Reste

Wenn Vogelfutter offen zugänglich ist, plündern Marder die Fütterungen ohne Skrupel. Sie benötigen aber nicht nur die Samen, sondern lockt sie auch das Potenzial, dort andere Tiere (kleine Vögel) zu finden. Ähnliches gilt für Müll – schlecht verschlossene Behälter mit Speiseresten sind eine ständige Quelle.

Tierfutter in Schuppen und Kellern

Besonders problematisch ist frei lagerndes Tierfutter (Hund, Katze, Vogel, Fisch). Ein Marder riecht dies aus großer Entfernung und wird versuchen, Zugang zu bekommen. Alte, morsche Holzschuppen bieten wenig Widerstand.

Saisonale Schwerpunkte der Nahrungssuche

Frühling und Sommer: Junge Vögel, Nester, Eier, Insekten und erste Beeren.

Herbst: Obst, Nüsse, Beeren in großen Mengen; Marder fressen sich Reserven an.

Winter: Aas, Fleischreste, lagernde Vorräte, Futterquellen in Ställen.

Lockstoffe und Köder – Was zieht Marder an?

Wenn Sie einen Marder anlocken möchten (etwa für eine Lebendfalle), ist das Köderangebot entscheidend:

  • Rohes Fleisch: Hühnchenbrust, Rindfleisch – höchste Erfolgsquote
  • Eier: Besonders effektiv, frisch oder hartgekocht
  • Fischölhaltige Köder: Fischmehl, getrockneter Fisch
  • Süßes: Marmelade, Honig – funktionieren, sind aber weniger zuverlässig
  • Geflügelaas: Lockt schnell an

Ein gängiges Köderritual besteht darin, den köder in einer Lebendfalle zu platzieren und diese an einem bekannten Laufweg des Marders aufzustellen. Befestigen Sie das Fleisch mit Draht, damit der Marder es nicht einfach herausziehen kann.

Prävention durch Futterverweigerung

Die beste Strategie gegen Marderbefall ist, ihnen das Futter zu entziehen. Das bedeutet konkret:

  • Mülltonnen und Biotonnen verschlossen lagern
  • Vogelfütterung nur tagsüber, Reste abends entfernen
  • Tierfutter nicht im Freien lagern, sondern in verschlossenen Behältern
  • Hühnerställe mit robusten Gittern sichern
  • Dachböden, Keller und Speicher regelmäßig kontrollieren
  • Komposthaufen mit Draht umhegen oder verschließen

Zusätzlich können bauliche Maßnahmen wie Dachrinnen-Reinigung und das Verschließen von Spalten helfen. Ergänzend gibt es auch technische Ansätze wie Ultraschall gegen Marder, deren Effektivität jedoch umstritten ist. Ebenso wird Alufolie gegen Marder häufig diskutiert – auch hier ist Skepsis angebracht, wenn Hunger der treibende Faktor ist.

Wann Sie professionelle Hilfe brauchen

Wenn Marder regelmäßig Schäden verursachen, Ihr Geflügel angreifen oder Sie Hinweise auf Nester im Dachboden finden, ist es Zeit für professionelle Hilfe. Wir vermitteln geprüfte Fachbetriebe für Marderbekämpfung, die Lebendtierfall-Methoden und Vergrämung professionell durchführen. Eine fachmännische Beratung zur Abdichtung und zum Ködern sparen Ihnen Monate von Schäden.

Marder sind intelligent und lernfähig – sie passen sich schnell an Abwehrmaßnahmen an. Ein Fachbetrieb kennt diese Verhaltensweisen und kann gezielt Gegenmaßnahmen ergreifen.

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Häufige Fragen

Fressen Marder auch Katzen oder Hunde?

Nein, ausgewachsene Katzen und Hunde sind zu groß und wehrhaft für Marder. Allerdings können sehr junge Kätzchen oder Welpen theoretisch angegriffen werden. Der Fokus liegt auf Geflügel, Kaninchen und Kleingetier.

Wie viel frisst ein Marder pro Tag?

Ein Marder braucht etwa 200–300 g Nahrung täglich. Das entspricht z. B. mehreren Mäusen oder einem halben Huhn. Bei Jagderfolg fressen sie sich regelrecht voll.

Kann ich einen Marder mit Tierfutter anlocken?

Ja, besonders Fleisch, Eier und fetthaltige Stoffe wirken verlässlich. Allerdings sollte dies nur unter Anleitung eines Fachbetriebs geschehen, da der Marder gefährlich ist und lokal möglicherweise Tierschutzgesetze gelten.

Sind Marder nachtaktiv?

Ja, Marder sind überwiegend nachtaktiv. Die intensivste Nahrungssuche findet zwischen Einbruch der Dunkelheit und frühen Morgenstunden statt.

Fressen Marder auch Ratten?

Ja, Ratten sind eine natürliche Beute für Marder. Das ist auch ein Grund, warum Marder manchmal als natürliche Schädlingsbekämpfer gelten – aber nur, wenn sie sich nicht selbst zum Schädling entwickelt haben.

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